Wie berichtet ist die Badener Wand seit Dezember 2022 vollständig für Kletterer und Erholungssuchende gesperrt. Das Regierungspräsidium hat die Entfernung aller Sicherungshaken und den Rückbau der Felsenbrücke veranlasst. Ein Industriekletter-Unternehmen hat die Arbeiten Anfang Januar durchgeführt. Der Streit über eine allen Seiten gerecht werdende Kletterregelung geht weiter.

Widersprüche gegen die Allgemeinverfügung

Gegen die Allgemeinverfügung, die die Stadt Baden-Baden auf Weisung des Regierungspräsidiums Karlsruhe erlassen hat, gingen zahlreiche Widersprüche ein, unter anderem vom DAV Landesverband, von den DAV-Sektionen Ettlingen und Offenburg sowie von privaten Kletterern. Die Frist für Widersprüche ist inzwischen abgelaufen, bis Ende Januar können die Widersprüche – sofern noch nicht geschehen – sachlich begründet werden. Nur wer Widerspruch eingelegt hat, kann später eine Klage gegen die Vollsperrung einreichen.

Gericht lehnt Eilantrag ab

Ende Dezember hat der DAV Landesverband durch eine beauftragte Anwaltskanzlei einen Eilantrag mit umfangreicher Begründung beim Verwaltungsgericht Karlsruhe eingereicht. Ziel war, den Hakenrückbau zu verhindern und die aufschiebende Wirkung von Widersprüchen wieder herzustellen. Es war der Versuch, die Sperrung der Badener Wand durch ein Verschrauben der Sicherungshaken umzusetzen. Dies wäre eine wirkungsvolle und reversible Maßnahmen gewesen, die besser zu einer angekündigten 5-jährigen Monitoringphase gepasst hätte, als ein brachiales Abflexen der Sicherungshaken. Das Verwaltungsgericht ist leider der Argumentation des DAV nicht gefolgt.

Alle Akteure arbeiten eng zusammen

Die Initiative 100% Battert und auch der DAV Landesverband prüfen derzeit weitere juristische Schritte gegen die Vollsperrung der Badener Wand. Zur Diskussion steht u.a. auch die Beauftragung eines umfangreichen ökologischen Gutachtens zur Klärung des Bruterfolgs, der Ursachen von Brutausfällen und des Schutzbedürfnisses von Wanderalken außerhalb der Brutzeit. AKN Battert, DAV-Landesverband, DAV-Bundesgeschäftsstelle und weitere Beteiligte tauschen sich regelmäßig aus und beraten die nächsten Schritte.

Petition beim Landtag von Baden-Württemberg

Weiterhin wurde von einem privaten betroffenen Kletterer eine Petition gegen die Vollsperrung der Badener Wand beim Landtag von Baden-Württemberg eingereicht. Der Petitionsausschuss hat seine Arbeit aufgenommen, ein Ergebnis ist in den kommenden Wochen zu erwarten.

 

Weitere Meldung zur Badener Wand
Badener Wand ab sofort ganzjährig gesperrt, 19.12.2022

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